Liebe Freunde und Familie,
nach dem etwas ungewöhnlichen Beitrag, melde ich mich sofort wieder zurück, mit einem, in der ich mal wieder schildere, was hier so passiert und passiert ist.
Zu allererst darf ich anmerken, dass ich in zwei Monaten bereits wieder in Deutschland lande, eine Tatsache, die wirklich erstaunlich wirkt. Zwei Monate nur noch, war überhaupt schon Halbzeit?
Die Zeit schreitet wirklich schnell voran, andererseits erlebe ich auch viel und arbeite genug.
Letzte Woche hatten wir die Final Exams meiner ersten Studenten. Die Studenten, mit denen ich angefangen hatte, letzten Oktober. Es war gar nicht so schwer die Klausuren dafür vorzubereiten. Die Durchführung hingegen sehr schweißtreibend.
Die Vorbereitung zu meinen Klausuren begann mit der Frage, welches Thema hatte ich noch nicht in meinen Computerstunden als Grundlage genommen? Welche Themen sind die wichtigsten aus 26 Units Englischbuch? (habe mich für neun Aufgaben entschieden)
War dann eine Woche vor Start der Klausuren fertig und da Sopharn (der Academic Officer, also zuständig für den ganzen Unterricht) nichts einzuwenden hatte (ich glaube er hat sie nicht mal angeschaut), wurden sie so übernommen.
Die weitere Zeit vor den Klausuren wurde immer wieder durch Zwischenprüfungen und anderen Aktivitäten unterbrochen.
So zum Beispiel die Präsenz der vierzig wichtigsten christlichen Geistlichen Kambodschas.
Brother Roberto war für eine Woche auf "Besinnungstagen", wo alle Bischöfe Kambodschas dran teilnahmen. Zum Ende der Woche gab es ein Abschlussessen im Restaurant des Hotels, wozu die Volontäre freundlicherweise zu eingeladen waren. Ich stand also direkt vor dem Erzbischof von ganz Kambodschas und habe mich fast wichtig gefühlt. Dazu dann auch ein interessantes, kurzes, Gespräch mit einem indischen Bischof aus einer nördlichen kambodschanischen Provinz auf Deutsch geführt und ein herrliches Büffett genossen.
Ein paar Tage vorher ist die spanische Freiwillige, Elena, abgereist, nach neun Monaten hier, die erste, die zurück geht. Sie musste gehen, da das Umbuchen ihres Fluges (was ich ja gemacht habe, da ich sonst im Mai auch wieder gekommen wäre) über 200€ gekostet hätte, sie sich das nicht leisten konnte und Don Bosco nicht zahlen wollte. Somit ist die längste Weggenossin fort, da sie aber in der anderen Schule war, hat das keinen Einfluss auf meine Arbeit.
Fabién, ihr Freund, ist dann zwei Wochen später auch abgereist.
Wir haben also viele Abschiedsfeiern gehabt, waren zweimal in Karaokeshops und ich musste natürlich auch was singen, was sich aber auf den Refrain beschränkte, wo glücklicherweise nur Zahlen gesungen wurden :) Wir hatten noch ein großes Essen mit den Salesianern zusammen und ich glaube, ich hatte lange nicht so viele Festlichkeiten während einer so kurzen Zeitspanne.
Die Finals sind schließlich recht plötzlich und schnell vorbei gegangen und ich habe die meisten Arbeiten auch schon korrigiert, eine nicht allzu beliebte Arbeit, aber was muss, das muss.
Nun sind die neuen Studenten hier, ich musste mich endgültig von ein paar der alten verabschieden, was sehr Schade war, und ich darf wieder von vorne anfangen, was ein kleines Motivationstief wohl treffend erklärt. Aber da die Zeit ja fliegt und ich letztendlich noch recht viel für meinen Unterricht geplant habe, werde ich auch in der verbleibenden Zeit interessante Stunden machen können. Für einen Unterricht habe ich die Blätter, die wir als Vorbereitung für die Realschulprüfung bekommen hatten, eingeplant. Das ist in etwa das Niveau, was ich anstrebe, aber natürlich nur sehr schwer und schließlich nur von ganz wenigen Studenten wirklich erreichbar sein wird. Und für die Finals bin ich dann schon in Deutschland, muss also das alles schon im Vorraus erledigen und hoffen, dass meine Vertretung die Klausuren angemessen unr korrekt erklärt.
Desweiteren habe ich eine Deutschstunde pro Woche eingeführt, bin gespannt, ob das funktioniert und ob die Kiddies mit das ganze ernst nehmen.
Meine erste Englischstunde mit den neuen alten Studenten verlief außergewöhnlich.
Ich bin zur Klasse gegangen und habe mich sehr gewundert, dass dort niemand war. Dann bin ich zur nächsten Klasse gegangen, wollte schauen, ob die vielleicht alle dort sind, aber auch das waren sie nicht. (also hatte mein Kollege auch keine Studenten) Schließlich habe ich herausgefunden, dass alle in unserem Konferenzsaal waren und protestiert hatten.
Br Roberto hat nämlich unseren Manager gebeten zurückzutreten, da dieser seine Arbeit nicht mehr gründlich und zuverlässig erledigt. Die Studenten fanden das gar nicht toll und meinten, sie würden auch gehen, wenn er aufhört. Also kam es zu einem Streik, der aber dadurch gelöst wurde, dass Roberto meinte, Touch (der Manager) könne bis Ende August bleiben.
Nachher hatte ich mit Roberto nochmal so gesprochen und konnte dann gut nachvollziehen, dass er nicht länger auf Touch bauen möchte. Dieser wird also allerspätestens im September die Hotelschule verlassen. Das kam für mich sehr plötzlich, aber die Schule ändert sich ohnehin Tag für Tag, also muss man auch mit solchen Situationen rechnen.
Da ich eine einwöchige Pause beim Schreiben eingelegt habe, hat sich natürlich wieder etwas verändert. Meine Deutschstunde bringt mir sehr viel Spaß, da ich sehe, dass es funktioniert. Wir haben zwar noch nicht den schweren Teil der Grammatik (zum Beispiel die ganzen Fälle) gemacht, aber das wird schon. Dabei erinnere ich mich aber immer wieder an meinen Versuch Italienisch zu lernen und wie ich dabei kläglich versagt habe. Naja, die Studenten stellen sich besser an als ich. Leider gibt es kein gescheites Deutsch-Englisch Buch, was ich hier kaufen könnte. Also muss das Internet wieder herhalten und mein Wörterbuch als Grundlage für deren Recherche.
Außerdem habe ich dank meiner Entscheidung nicht Musik zu studieren, mehr Spaß an der Musik gefunden, als in dem ganzen Jahr zu vor. Das sehe ich als gutes Zeichen, und dass ich mich nicht so leicht davon abkriegen lassen werde.
Außerdem hat die WM begonnen und einen schöneren Start konnte ich mir nicht vorstellen. Alle meine Studenten waren überzeugt, dass England (jeder kennt England) oder Portugal (jeder kennt Christiano Ronaldo) das Tunier gewinnt. Neuerdings höre ich immer wieder, dass Deutschland möglicherweise gewinnen könnte.
Nach der Auftaktniederlage der Spanier hat sich meine Stimmunt jedenfalls aufs dreifache gesteigert. Erstaunlich, dass die ganzen Favoriten es sich so schwer machen.
Und erstaunlich, dass die deutsche Mannschaft so viel besser spielt, als bei den Vorbereitungsspielen. Das lässt jedenfalls Platz zum Hoffen und Freude am Spiel und Stolz an der eigenen Mannschaft (darf man halt auch mal sein!).
Ich schaue die Spiele übrigens immer in meiner Küche mit Studenten und Lehrern zusammen. Die Zeiten sind ziemlich daneben (18:30, 21:00, 01:30) vor allem, wenns dann zu den ganzen Finals geht, aber ich halte mich schon irgendwie wach. Hat ja auch bei dem Deutschlandspiel geklappt!
Also auf eine weiterhin wunderbare WM und Prost. (ihr habt Deutsches Bier, ich habe Angkor Bier).
Lieben Gruß in die Welt,
euer Krischan
PS: Der Beitrag wurde vor dem Deutschland - Serbien Spiel geschrieben :) Da habe ich es noch nicht für möglich gehalten, dass Deutschland auch verlieren kann.
PPS: Die Bilder:
Ganz oben meine Studenten, die ihren Abschluss bereits gemacht haben
2.: Abschiedsfeier in einer Karaokebar.
3.: Abschiedsfeier der Restaurantstudenten (F & B) am Strand.
4.: Krischan am traditional dancing.
5.: Alle Lehrer der Hotel Schule. (Touch, von dem ich oben sprach ist der mit der blauen Krawatte im Vordergrund)
Sonntag, 20. Juni 2010
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Da hast du ja überall noch so schöne lange Haare...
AntwortenLöschenja, ich habe noch nicht viele Fotos mit kurzen Haaren gemacht.
AntwortenLöschenAber du weißt doch, wie schnell das nachwächst!