Liebe Freunde, Familie, Interessierte,
da ich von nun an die Möglichkeit habe, jederzeit (ab 1. 10. dann wenn der Stundenplan es zu lässt) ins Internet zu gehen, möchte ich diese gleich nutzen und meinen ersten Post veröffentlichen. Danke an Solveigh, dass du die Einleitung zu diesem Blog geschrieben hast!
Es ist nun 7 Tage her, seitdem ich den Flughafen in Hamburg in Richtung Frankfurt verlassen habe, und es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, was definitiv daran liegt, dass ich so unglaublich viele Sachen erlebt und neue Eindrücke gewonnen habe.
Ich werde meine ersten Tage kurz skizzieren, da diese noch NICHT die Erfahrungen in meinem Projekt sind und dennoch sehr vielsagend für die Kultur und die Menschen Kambodschas sind.
Ich kam also am Samstag früh, nach einer langen Reise mit angenehmen Essen bei Thai Airways (sympathische Airline) und viel unnötigem Aufenthalt in Frankfurt, in Phnom Penh (für alle, die es nicht wissen, die Hauptstadt von Kambodscha) an. Genauer um 09 Uhr und ein paar zerquetschte. Ich hatte leichte Befürchtungen ob meines Visums, da es für mich nicht eindeutig war, ob Don Bosco es mir einrichtet oder nicht. Jedenfalls waren die Befürchtungen unbegründet, denn sogleich, als ich aus dem Flugzeug stieg, empfing mich ein freundlicher, junger (Kambodschaner sehen jünger aus, als sie sind) Kambodschaner mit einem Schild, auf dem "Mr Krischan" und "Don Bosco" draufstand. Also mein Nachname stand auch auf dem Schild, aber der war sehr klein geschrieben, also habe ich ihn auch fast gar nicht mitbekommen.
Mit dem jungen Mann wartete ich dann vergebens auf jemanden, der mich abholte und nach einem kurzem Telefonat von Seiten des jungen Mannes mit Don Bosco habe ich das nächstbeste Taxi genommen.
Von Taxi kann in diesem Fall eher nicht die Rede sein, denn das, was mich schließlich erwartete, war ein modifiziertes Motorrad, auf dessen Hintersitz eine Kabine auf 4 Rädern gestellt wurde bzw. angehängt. Mit diesem "Tuk Tuk" (der inoffizielle Name des Gefährtes) bin ich dann also zur "Don Bosco Technical School" gefahren. Der Weg dahin war schon eine Erfahrung für sich. Im folgenden Spreche ich von "Verkehr", was laut Wikipedia in einem definierten System stattfindet. Bei dem Verkehr in Kambodscha ist das einzige wirklich definierte System die Begrenzung durch Häuser. Zwar gibt es Linien auf der Straße, die jedem Deutschen sofort klar sind, aber die spielen in Kambodscha keine wirkliche Rolle. Ich werde mich bemühen in den nächsten Tagen eine Skizze davon hier hineinzustellen.
Da die Straßen ebenfalls nicht so recht das sind, was man gewohnt ist, saß ich also während der fahrt auf einer Art Trampolin, auf dem ich Angst hatte runterzuhüpfen.
Nachdem der Tuk Tuk - Fahrer nach ein paar mal fragen endlich da ankam und ich mich vergewissert habe, dass er mich auch an den richtigen Ort gebracht hatte, kam ich also (heile) in der Don Bosco Schule an. Ich hatte keine Ahnung wohin, das einzig gute war, dass ich weiß, dass Don Bosco in anderen Ländern sehr bekannt ist und die Einrichtungen immer freundlich und sicher sind.
Ich habe dort ein Zimmer bekommen, da im laufe des Tages keine Chance bestand nach Sihanoukville zu kommen. Dann spielte ich mit Studenten, die den Platz des öfteren nutzen Fußball und kaufte mir vorläufig eine Simkarte, auf der ich aber schon bald wahrscheinlich nicht mehr zu erreichen bin (ist also sinnlos nach der Nummer zu fragen).
Der darauf folgende Tag (Sonntag, 06.09.09) bedeutete für mich eine Reise zu den Museen über die Roten Khmer. Father Cardinal (bin mir nicht sicher, wie er geschrieben wird) und Father Leo nahmen mich mit zu den Killing Field, wo die Opfer der Roten Khmer begraben wurden, zum Don Bosco Haus in der Stadt von Phnom Penh (die Technical School ist leicht außerhalb) und anschließend zum S-21 Gefängnis der Roten Khmer. Der Abschluss des Tages war ein Besuch im Russian Market, einer riesigen Fläche an eng aneinanderstehenden Schnäppchenmärkten, bei denen das meiste wohl gefälscht ist, dafür aber sehr günstig (nichts gekauft).
Den Abend habe ich in der Schule verbracht und mich darauf gefreut am nächsten Tag nach Sihanoukville zu fahren.
Wir sind schließlich um 06.00 Uhr losgefahren und hatten schon die Hälfte der Strecke hinter uns (Fr. Cardinal und welche vom DBHouse waren dabei), als wir in einen Stau gerieten, den eine Überschwemmung verursacht hat. Diese Überschwemmung machte es unmöglich die Straße in den nächsten zwei Tagen zu nutzen (hüfthöhe), also sind wir wieder zum Haus zurückgekehrt, wo ich warten musste, bis der Fahrer mich zur Schule brachte und ich meine Zeit vertrieb, indem ich den Studenten beim Tanzen zuschaute (total albern, unter anderem Macarena...).
Am Dienstag wollte ich auf eigene Faust mal die Innenstadt von Phnom Penh anschauen und bekam dann schließlich einen Fahrer, der mich dahinbrachte und kein Englisch sprach ("I do speak english" - "You speak english?" - "Yes"). Bin dann also von der Post am Fluss entlang zum Russian Market gefahren worden, wo ich mir dann ein English-Khmer-Phrases Buch gekauft habe (3$). Abends kam jemand, der mit mir nach Sihanoukville fahren wollte, doch nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, kam er und sagte, dass es zu spät sei und das Taxi zu teuer wäre über nacht...
Am Mittwoch kam eine Gruppe aus Sihanoukville, die nach Siem Reap wollte. Der konnte ich mich anschließen und mit den währe ich dann nach Sihanoukville zurück gefahren.
Aber es kam natürlich ganz anders.
Da es am selben Tag zu spät war um weiter zufahren, wollten wir eine Nacht warten und am morgen weiter fahren. Also hatten wir die Idee den Königspalast zu besuchen. Gesehen habe ich ihn immer noch nicht, denn Father Luis (ein chilene, mit dem ich die Tage davor immer gegessen habe) fuhr uns im tiefsten Regen zum Palast und das mit 80 km/h in der Stadt.
Die Folge war, dass er es nicht rechtzeitig schafft zu bremsen, als ein Laster aus einer Einfahrt auf die Straße fuhr. Dank Aquaplaning hatten die Bremsen keine Wirkung und wir sausten (ich schätze mit 40 km/h) in die Seite des Lasters rein.
Gestorben ist niemand, aber es gab doch ein paar verletzte. Ich hatte Nasenbluten und letzendlich einen großen blauen Fleck an der Rückenseite, sowie beim Aufprall in meine Zunge gebissen (das war am Schmerzhaftesten). Ein andere Junge hatte ein Loch im Knie und einem dritten war die Lippe geplatzt, die genäht werden musste (wie das Knie). Fr Luis und die Jungs sind über Nacht im Krankenhaus geblieben (sogar 2 Nächte), mir gings den Umständen entsprechend gut.
Am Donnerstag haben wir dann die Jungs besucht und ich habe mich ausgeruht, denn über nacht habe ich Halsschmerzen bekommen (wegen des blauen Flecks schlecht gelegen) und es war nun klar, dass wir, wenn alle aus dem Krankenhaus raus sind, schnell nach Sihanoukville fahren.
Dies geschah heute, am Freitag Nachmittag (ich habe ja bereits Abend -> 5 Stunden bei Sommerzeit und 6 h bei Winterzeit auseinander) und wir sind gut hier angekommen.
Da in Kambodscha zur Zeit überall Ferien sind und zwar bis zum 01. Oktober, werde ich mich in den drei Wochen an die Stadt und das Leben weiter gewöhnen. Nachdem mir die School in Phnom Penh schon bekannt war, werde ich jetzt alsoi wieder von vorne anfangen müssen.
Glücklicherweise kenne ich schon ein paar Leute hier (zum Beispiel die Truppe, die mich hier mit hingenommen hat) und morgen werde ich dann auch den Strand und das Meer direkt sehen *Badehose anzieh*.
Ich habe in den ersten Tagen viel gutes und schlechtes, viel Spaß und viele Enttäuschungen erlebt und hoffe, dass ich in der kommenden Zeit einen geregelten Tagesablauf machen werde und mich gut in das neue Leben und die neue Aufgabe einleben kann.
Ich vermisse Hamburg und euch alle sehr und freue mich schon jetzt riesig auf ein Wiedersehen in einem Jahr.
Bis zum nächsten Post und lasst Kommentare hören.
Euer Krischan
Freitag, 11. September 2009
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Da wir ja alles schon in den letzten Tagen mitbekommen haben, waren wir jetzt über den Unfall nicht so erschrocken, aber es liest sich dann doch noch mal anders. Super, dass du jetzt endlich am Ziel bist und dich auf das Jahr einstellen kannst. Wir hoffen natürlich, dass die Badehose nicht dein Hauptbekleidungsstück sein wird und du auch noch mal rumkommst. Vielleicht auch im nächsten Jahr mit uns zusammen.....
AntwortenLöschenHallöchen hier sind Carine und Christian!
AntwortenLöschenWir haben uns sehr gefreut von dir persönlich mal was zu hören ;)Der Unfall hat uns derbe geschockt und Christian der Sanitäter hätte dir natürlich geholfen.Wir sind echt froh dass es dir gut geht!
Lieben Gruß
Carine und Christian
PS: Versuch zu überleben *hrrr*!
Mensch, Mensch, Mensch, Krischan! Das geht ja gut los mit dir! Von allen 4 oder 5 Auslands-Blogs bekommst du auf jeden Fall die Auszeichnung für "Most adventurous arrival", herzlichen Glückwunsch!
AntwortenLöschenDein Bericht war wirklich schön zu lesen und ich hoffe, noch ein paar mehr von der Sorte lesen zu dürfen. Machs gut, wo du jetzt endlich am vorläufigen Ziel deiner Reise bist!
Tristan
Mein liebes Glücksi, weiß nicht ob ich als Reaktion auf deinen Bericht lachen oder weinen soll!!!
AntwortenLöschenauf der einen Seite klingt das alles so irreal , dass ich lachen muss wenn ich mir das alles vorstelle, auf der anderen seite habe ich ein ziemlich mulmiges gefühl im bauch wenn ich mir vorstelle das war erste die erste knappe woche des jahres und du hast schon so vieles erlebt....
wie auch immer, denke viel an dich, wünsche dir nur das beste und ich weiß du packst es und hast alles unter kontrolle....
vergiss nicht regelmäßig lebenszeichen von dir zu geben!!!
warte gespannt und ungeduldig auf weitere erlebnisse, vermisse dich
PASS ZUM TEUFEL NOCHMAL AUF DICH AUF!!!
SONST SETZT´S WAS!!
hab dich lieb, küsschen pati
Krischi, das is jawohl echt ein krasser zufall mit isa und david!!!! ich glaubs jawohl nich!!!! grüß schön,ja;)
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