Mittwoch, 16. September 2009

Urlaub in Sihanoukville

Liebe Freunde, Familie und Interessierte,

es geht nun in die zweite Runde des Krischan in Kambodscha Blogs und so sehr ich mich auch bemühe, das Abenteuer in der ersten Woche ist leider nicht zu toppen. Daran ist aber auch leider der Umstand schuld, dass hier immer noch Ferien sind und zu allem übel auch noch weitere 14 Tage. Denn dann ist der 1. Oktober und das bedeutet für mich "Jetzt gehts los. Und zwar wirklich."

Aber zuvor heißt es eher, "was mache ich nur den lieben ganzen Tag" und "kann es nicht jetzt schon losgehen?". Es ist in der Tat schwierig seinen Tag vernünftig zu planen und da sogar Brother Joe (Joseph) aus Indien sich das Ferinende herbeiwünscht, ist es sogar für die Langzeitaufenthalter schwer, sich zu beschäftigen.
Aber um Euch nicht zu enttäuschen habe ich es natürlich geschafft die Zeit teilweise sogar sinnvoll zu nutzen.
Mein Zimmer ist wesentlich größer als in Phnom Penh, hat aber leider keine Klimaanlage zu bieten, was für mich als Norddeutsches-Wetter-Symphatisant der reinste Horror ist. Gefühlt ist das Wetter hier unten gleich noch viel wärmer, aber schließlich ist ja Regenzeit und die kühlt alles so ein wenig.
Jedenfalls hat mein Zimmer zwar keine Klimaanlage, dafür aber einen Deckenventilator sowie einen, den man in die Steckdose stecken muss und der dann rumsteht (oftmals im Weg). Denn das Problem bei dem Steckdosenventilator ist, dass so gut wie keine Steckdose in meinem Zimmer funktioniert. Ok, ich glaube vier der acht Steckdosen geben sogar Strom, da ist dann aber das Problem, dass die Stecker immer wieder rausfallen und nicht richtig fixiert sitzen. Ich habe es letzendlich bei einer Steckdose geschafft den Ventilator reinzustecken, ohne dass dort irgendwas rausfällt, dafür steht er jetzt in der Tür, aber das nehme ich in Kauf. Noch am selben Tag waren wir im Markt und ich habe mir einen Teppich, eine Tischdecke und einen Vorleger fürs Bad gekauft. 11$. Der Markt ist auch riesig und hat ne Menge schnickschnack, unter anderem Fisch, deswegen stinkt er total...

Am Samstag, also der Tag nach der Ankunft in Sihanoukville, habe ich kurz geholfen die Zimmer der Boarders umzustellen, bis dann ein junger Kambodschaner (der Chef von Helena, die spanische Voluntärin) uns mit zur Pagode-auf-dem-Berg nahm, weil da ein großes Fest war. Der Kambodschaner wollte unser Auto fahren, im nachhinein wurde mir erzählt, dass er keinen Führerschein hatte (so fuhr er aber auch...). Das Fest war interessant, für mich als Christ jedoch sehr anders und deshalb habe ich es dort auch nicht lange ausgehalten.
Am Nachmittag sind wir dann zum Strand gefahren. Der Strand und das Meer ist für mich als Nordseekenner und sogar Mittelmeerkenner (Sizilien) doch noch mal eine ganze Spur schöner und vorallem südlicher, damit meine ich so ein bisschen wie Karibik. Der Strand ist zwar nicht breit, dafür aber sehr lang und gespickt mit aneinandergereihten Bars, die (siehe Fotos auf Facebook) zu Happy Hour Zeiten angenehme Preise versprechen. Abends sind wir da nochmal hingefahren, aber es schien nicht viel los zu sein. Das soll aber daran liegen, dass gerade Nebensaison ist und erst um November / Dezember die ganzen Touristen kommen sollen.

Am Sonntag habe ich morgens die kambodschanische Messe in der Catholic Church Sihanoukville besucht. Leider war die Messe auf Khmer (darauf hatte ich mich aber eingestellt) und es war wirklich anstrengend 100 Minuten auf dem Boden sitzend der Messe zu lauschen. Der Höhepunkt war dann noch, dass Schüler aus Phnom Penh zu kambodschanischen Pop getanzt haben (als richtiger Programmounkt)... Hallo? Während eines Gottesdienstes? Jedenfalls besuche ich in Zukunft dann doch lieber die englische Messe, die am Nachmittag stattfindet.
Am Nachmittag bin ich zu Fuß von unserem Campus zum Markt gelaufen, was 30 Minuten gedauert hat. Dort habe ich nach Bilderrahmen geschaut, aber da gabs keine. Aus lauter Frust hab ich mir ein Motor geholt und der hat mich für 1,5$ zurück zum Campus gebracht. Vielleicht kann ich ja in Zukunft alleine sowas fahren.

Am Montag habe ich dann meine Wäsche gewaschen. Beziehungsweise habe ich sie in die Waschmaschine und anschließend in den Trockner geworfen. Sehr schön, dass das so einfach geht, aber wozu hat man auch ein Hotel nebenan.
Ich bin außerdem mit den Stromausfällen vertraut geworden. Strom ist überall weg und braucht ca. eine Stunde bis er wieder da ist, aber das soll hier öfters passieren. Gut, dass ich einen Laptop habe...

Am Dienstag hat mich das reinste Unwetter geweckt und als ich im Bad stand ist auch noch die Lampe explodiert (also fast, jedenfalls ist sie jetzt kaputt...). Eigentlich sollte ich heute die Jungs, die mit beim Autounfall dabei waren nach Kampot bringen, aber da es so doll schüttete, hatte ich tatsächlich zu sehr Angst, dass wieder ein Unfall passiert, also bin ich hier geblieben.
Nach dem Mittagessen habe ich einen Spaziergang zum Meer gemacht (wieder 30 Minuten) und am Strand hörte ich zwei Deutsche hinter mir. Ich habe sie gefragt, ob sie auch aus Deutschland kommen und dann standen plötzlich zwei Freunde von Lisa und Marie vor mir, Isa und David, die seit 1 1/2 Monaten in Südostasien rumreisen und für zwei Tage in Sihanoukville waren.
Mit denen habe ich mich zum Abend dann verabredet und bis zum Abend einen weiteren Stromausfall erlebt.
Abends sind wir dann mit Helena und Br Joe an den Strand gefahren und haben uns dort in eine Bar gesetzt. Nach einiger Zeit haben wir die Bar gewechselt (3 Bier für 2 $) und saßen ungefähr auf Höhe des Coco (siehe Foto auf Facebook). Dort hat sich Martin zu uns gesetzt, ein ältere Holländer, der dort gerade arbeitet. Er meinte er wäre schon in 64 Ländern gewesen und da er bis vor einem halben Jahr noch in Madagaskar war, war er sehr enttäuscht von den Stränden von Sihanoukville (mir gefallen die sehr gut...). Er hat uns von einem Erlebnis in Indien erzählt. Ein von zwei Situationen, wo er sehr krank gewesen war. Und zwar hat er auf das Essen gewartet und einer Kuh (heilig) zugeschaut, wie sie "Shit" gegessen hat. Dann schien sie Durst gehabt zu haben und ist zu einem großen Becken hingelaufen und hat daraus getrunken. Die Köchin hat gewartet, bis du Kuh weg war (heilig) und dann das Wasser für sein Essen geschöpft. Daran ist er krank geworden...
Aber ich mag die Kühe hier auch nicht, die sehen ein bisschen wie Zombis aus.

Am Mittwoch gings mir nicht so gut, ein kleiner Schwächeanfall, den ich aber mit Schlaf und Videotelefonat mit Solveigh auskuriert habe.

Heute scheint die Sonne und deshalb habe ich mir vorgenommen doch mal ins Meer zu springen. Schließlich ist es mindestens 23° warm und das soll sehr schön sein.

In diesem Sinne verabschiede ich mit einem Sprung in den warmen Golf von Thailand und freue mich eure Kommentare zu hören.

Lieben Gruß
Euer Krischan

PS: Hier ist der Link zu dem Fotoalbum auf Facebook

5 Kommentare:

  1. "und als ich im Bad stand ist auch noch die Lampe explodiert."

    Und du sprichst von "das Abenteuer der ersten Woche ist leider nicht zu toppen"? ;-P

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  2. na ja, wenn Krischan sagt "explodiert", dann ist wohl einfach die Glühbirne kaputt gegangen und wenn den ganzen Tag nichts los ist, ist das natürlich ein Ereignis ;-)
    Aber könntest du nicht die Zeit nutzen und die Landessprache lernen? Oder wie unterhälst du dich mit den Schülern, die bei dir erst englisch lernen müssen?

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  3. Das hab ich auch schon vorgeschlagen, bei mir kommt dann nur immer der Kommentar "Ja, Mama..." - vielleicht hast du ja mehr Erfolg ;)

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  4. hört sich ja ganz toll an. mal sehen was du noch so alles erlebst:D

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  5. bitte mit namen kommentieren...
    und es ist eine halogenstange, die explodiert nun mal son bisschen...
    und ich bemühe mich nach einem lehrer zu suchen!
    alles eine frage der zeit, ich bin schließlich auch erst seit zwei wochen hier...

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