Mittwoch, 13. Januar 2010

Neues Jahr und andere Kultur - Indien

Liebe Freunde und Familie,

frohes neues Jahr zuallererst und ich bin erstaund, dass wir wirklich schon sagen können, dass wir uns dieses Jahr ALLE wiedersehen. Klingt doch gut oder?
Das kommende Jahr wird aber auch viel schneller vorbei gehen, wir sind nun schon seit vier Monaten in unseren Projekten und haben uns gut eingelebt, da verfliegen die restlichen sieben arg schnell. Außerdem bekomme ich ja Besuch aus Deutschland und Uganda, ich werde bestimmt gar nicht wissen, was um mich passiert, so schnell vergeht die Zeit...

In den letzten Tagen habe ich eine Menge erlebt, es war eine tolle Zeit und davon möchte ich nun berichten.
Für die, dies noch nicht wussten, ich bin am 29.12.09 nach Bangkok geflogen und von da aus nach...

INDIEN

Unglaublich oder? Ist aber wahr und gerechnet hatte ich damit selbst vor einem Monat noch nicht so wirklich.
Ich habe da aber keinen Urlaub gemacht, also nicht direkt, sondern mich mit anderen Don Bosco Deutschland Freiwilligen getroffen und ein Seminar veranstaltet. Einfach um die Erfahrungen auszutauschen und Fragen zu klären, jedenfalls etwas, was dringend notwendig war.

Nach einer Nacht in Bangkok (der Flug wollte es so - One night in Bangkok...) landete ich mittags in Mumbay und meine erste Erfahrung, die ich in Indien machte war die, dass alle Passagiere aus dem Terminal für Inlandsflüge von mit Maschinengewehren bewaffneten Militärs in Busse gesetzt und der Terminal evakuiert wurde.
Soweit ich das mitbekommen konnte war es eher ein Feueralarm, der nicht direkt in unserem Terminal losging. Nach ca. 40 Minuten in dem heißen Bus auf dem Flughafen (der stand quasi da,wo die Flugzeuge parken) durften wir wieder zurück und nochmal durch alle Sicherheitskontrollen.
Mein Flug nach Goa hatte somit Verspätung, aber was solls. Abends bin ich dann in Goa und schließlich nach einer längeren Taxifahrt für 8 Euro nach Panjim gekommen, die Hauptstadt Goas, wo die Salesianer Don Boscos eine riesige Schule haben. Dort hat mir Father Jose veröffentlicht, dass all die anderen in Arambol, eine weitere Stunde von Panjim entfernt am Strand sitzen. Also habe ich wieder ein Taxi nehmen müssen (war ja schon halb 10) und bin um halb 11 am 30.12.09 in Arambol angekommen, der Touristenstrand in Goa schlechthin.Es war echt super all die Leute wiederzusehen.
Aus unserer Gruppe sind 10 Freiwillige in Indien, die alle dazugestoßen sind. Desweiteren habe ich noch vier Voluntäre von Don Bosco Benediktbeuern kennengelernt, die ebenfalls in Indien arbeiten.
Also erwarteten (vielleicht) mich 13 Leute (nicht verrechnet, eine Französin war auch da) mit einem Bierchen, was ich dringend nötig hatte.

Arambol ist nicht zu unrecht sehr touristisch, man hat einen großen wunderschönen Strand, viele Bars bzw Restaurants, die nebeneinander stehen (wie hier in Kambodscha) und ein schönes (aber kühleres) Meer mit recht großen Wellen.
Es war also gefühlt ein Urlaub, wie in der Karibik, von dem man immer schonmal geträumt hat (ich zumindest :).
Arambol selber beherbergt zich Souvenirläden nebeneinander, die Klamotten, Schals, Decken, Hüte, Elefanten (Holz) und noch viel mehr verkaufen. Die Preise sind natürlich für indische Verhältnisse recht hoch, aber man war schon stolz, wenn man ein großes Frühstück mit Müsli und Sandwich und Saft für weniger als 2 Euro bekam.

Am kommenden Tag war ja schon Sylvester und es war zum Glück nicht ganz so wie Weihnachten, aber trotzdem ein bisschen seltsam, bei 25 Grad das neue Jahr zu starten. Zuerst hatten wir ein gemütliches Abendessen an einem schönen Tisch am Strand (mein erstes indisches Menue) und schließlich mit Bier und interessanten leuten (Joseph Corallo, ein Autor, der uns auch Bücher geschenkt hat, sehr abgefahren oder den absoluten Urhippie, was Indien betrifft, der ist seit den 70ern da und kifft die ganze Zeit). Dann wurde an verschiedenen Orten der Countdown eingeläutet; irgendwann haben wir uns angeschlossen und auf das neue Jahr 2010 angestoßen und sind sofort ins Meer gesprungen, unsere erste Aktion im neuen Jahr.
Ich habe mich in den Tagen frei gefühlt, frei von der ganzen Last, die ich in Kambodscha angesammelt habe.

Im neuen Jahr sind wir nach Mapuza mit dem Bus gefahren, da dort ein ganz großer Markt stattfand. Dort haben wir große Tücher gekauft, zusammen, da wir so Rabatt bekamen, sehen toll aus! Ansonsten wars ein typischer Markt, wenn ihr sowas versteht. Wir haben noch eine Papaya, Tee (beides superlecker) und Henna (Farbe für indische Tatoos) gekauft.
Die Busse sind in Indien übrigens nie voll. Also für Inder nie, für unsere Verhältnisse platzen sie fast und man hat Glück, wenn man an einem Fenster steht, sonst ists einfach zu heiß. Ausserdem (da wir in der Regel stehen müssen) sind die Busse nicht hoch genug und es ist wirklich nicht leicht für mich zu stehen :)
Bis zum dritten Januar haben wir noch die Sonne, das Wasser, die Unbeschwertheit und die Freiheit genossen (den Flo habe ich vergessen, auch einer ausm Süden Deutschlands, der am 31.12. dazustieß).

Am dritten Januar haben wir uns dann auf den Weg nach Panjim gemacht, wo das Seminar stattfinden sollte. Natürlich auch mit den kleinen Bussen und natürlich dank unseres Gepaecks völlig überfüllt. Aber es hat Spaß gebracht und die Stimmung war weiterhin sehr ausgelassen.
In Panjim haben wir Pater Meinolf und Benni getroffen, Pater Meinolf ist aus Brüssel geflogen, um das Seminar zu leiten und Benni ist der Vierte der Benediktbeurer.

Das Seminar, das am 04.01.10 begann, hat dann viele Fragen aufgegriffen, die bei vielen unbeantwortet waren und es fanden viele Diskussionen statt. Leider betraf das in der Regel die Arbeit mit kleineren Kindern oder die indische Kultur, weshalb ich häufig weniger mit den Diskussionen anfangen konnte, aber es war auch nett die Erfahrungen und Meinungen der anderen nochmal intensiver zu erleben.
Nachmittags sind wir nach "Old Goa" gefahren, ein sehr christlicher Ort, an dem nicht weniger als vier sehr große Kirchen aus der portogisischen Kolonialzeit stehen. Bei dem Ausflug habe ich mir auch ein Schachspiel gekauft, für, wie ich jetzt finde, viel zu viel Geld, aber was solls, dafür siehts nett aus.

Die restlichen Seminartage sahen ähnlich aus (abgesehen von dem Ausflug) und das Essen war immer ausgezeichnet. Ich habe in der Zeit viel indische Küche kennengelernt und es war sogar eine nette Erfahrung mit Händen zu essen, was man in Kambodscha ja gar nicht macht (dafür haben die hier nur Löffel und Gabel).

An einem Abend haben wir eine kurze Schifffahrt gemacht. Eine Stunde lang mit jungen erwachsenen Indern den Fluss hoch und runter. Dort gabs eine Bühne mit Show und Partymusik und es war glaube ich wirklich das erste Mal in meinem Leben, dass es mir unheimlich viel Spaß gebracht hat zu tanzen. Sry Leute, dass das in Hamburg nicht so excessiv ist :)
Die Inder waren aber auch begeistert mit drei Jungs tanzen zu dürfen und wollten die ganze Zeit Fotos machen. War echt ne sehr witzige Bootsfahrt.
Leider machen in Panjim die ganzen Getränkeläden sehr früh zu und die Restaurants sind Getränkemäßig sehr teuer (ein großes Bier für mehr als 1 Euro...) deshalb haben wir uns abends immer aufs Zimmer gesetzt.

Am 07.01.10 sind die ersten schon wieder abgereist und ich hatte noch zwei Tage, bis mein Flug ging. Am 08. sind dann endgültig alle weggewesen (bis auf Johanna und Kristin, die in Goa arbeiten) und es war echt ziemlich traurig, alle wieder zu verabschieden und sich auf den Alltag in Kambodscha vorzubereiten. Am Abend vor meiner Abreise bin ich noch mit Johanna ins Kino gegangen, der erste Kinobesuch seit einem halben Jahr (Ok, in Deutschland bin ich auch nicht so häufig ins Kino, aber hier war das was besonderes!) und wir haben Avatar in 2D geguckt. Netter Film, der in 3D sicher einiges hermacht.

Die Rückreise verlief ohne Probleme, abgesehen davon, dass ich 10 Stunden Aufenthalt in Mumbay und 7 Stunden in Bangkok hatte und dort mein Ladekabel vergessen habe. Schön blöd.
In Phnom Penh ersteinmal in einem netten kleinen Restaurant zu abend gegessen, nämlich... indisch, jawoll, als krönenden Abschluss nochmal indisch, was mir echt gut gefällt. Die Naan (indisches Brot) sind übrigens 4 mal so gross gewesen wie in Indien! Und seit gestern, Mittwoch, arbeite ich wieder in der Hotel Schule und der Alltag hat mich eingeholt. Die Studenten haben mich vermisst, ich sie auch, und wir haben auch schon wieder Spaß.

Die Reise nach Indien war jedenfalls der Hammer, es war quasi die beste Zeit, die ich in diesem Jahr hatte und es hat mir einfach gut getan.
Danke, liebe Freunde, die Zeit mit euch in Goa war wirklich einmalig!
Freue mich auf ein Revival im Sommer! (eins der vielen Revivals, die wir feiern muessen :)

Desweiteren alles liebe fürs neue Jahr und wir sehen uns ja schon alle in sieben Monaten, nicht wahr?

Lieben Gruß
euer Krischan

7 Kommentare:

  1. Das mit dem Tanzen hätte ich auch gerne gesehen - gibt es da keine Filmaufnahmen von?
    Wir tanzen dann im Sommer zusammen!
    papsel

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  2. DU HAST HENNA GEKAUFT?! Was hast du denn damit vor?
    Nach dem Kinobesuch mit Johanna frag ich lieber gar nicht... ;)

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  3. ich habe schon ein Tatoo auf dem Arm gehabt, das sah echt super aus (danke an Amelie).
    Ist aber leider zu 97% weg, dafuer gibts Fotos, die irgendjemand gemacht hat.
    Und mit dir zu tanzen, Papa, ist kein Problem, da ist mir mein Tanz auch gar nicht mehr peinlich :)

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  4. Was für ein Tatoo hattest du auf dem Arm? Wer ist Amelie? Und muss ich mich sorgen, dass du mit lauter Tatoos zurück kommst?! Wenn du unbedingt willst, ok - aber dann mach ich mir auch Dreadlocks ;)

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  5. Ich fänd das viel lustiger, wenn Krischan mit Tattoos UND Dreadlocks wiederkommt... :)

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  6. Echt geniale Sachen, die du da in Indien erlebt hast! Bin sehr angetan von deinen Erzählungen und mal sehen, mit welchen Tattoos du dann im Sommer zurückkehrst...
    Also erst einmal einen guten Wiedereinstieg in Kambodscha und viel Spaß bei deinen Erlebnissen!
    Lieb Grüße aus Hannover

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  7. nun seid mal nicht bloed.
    das Tattoo ist schon wieder weg, seitdem ich zurueck bin, es haelt nur ca. 2 Wochen, also macht euch keine Sorgen. Dreadlocks werde ich auch nicht haben, womoeglich sogar die Haare ganz kurz schneiden, ist dann bei der Hitze doch angenehmer :)

    werde die Tage, wenn ich umgezogen bin, mal wieder was schreiben, schwebe gerade so zwischen den zwei Zimmern und niemand weiss, wann wir umziehen koennen (abgesehen davon, dass die neuen Zimmer noch nicht moebliert sind....)

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