...diesmal von der Solveigh.
Ich sitze mit Krischan grade in einem einem schönen Café mit Gallerie in Phnom Penh und versuche mich auf diesen blog Eintrag zu konzentrieren. Meine Gedanke schweifen aber immer wieder ab - zu der Hitze draußen, zu dem Comic neben mir an der Wand, zu Krischan, der einen Brief schreibt, zur Arbeit in Uganda, die mich in drei Tagen schon wieder erwartet, zu den Unruhen in Bangkok, zu den atemberaubenden Tempeln von Angkor, zu Krischans Zimmer in Sihanoukville, zum vielen guten Essen... Das Essen ist in der Tat ein Traum für mich hier. Es wär wahrscheinlich lange nicht so beeindruckend, wenn ich aus Deutschland kommen würde, aber aus Uganda kommend genieße ich die feine asiatische Küche und die vielen internationalen Restaurants schon sehr.
(Ich merke jetzt schon, wie strukturlos mein Eintrag wird - das müsst ihr mir verzeihen, mehr Struktur kriege ich in meinen Kopf so kurz vor meinem Abflug nicht, ihr werdet schon damit zurecht kommen - viele kennen das von mir ja schon.)
Vielleicht fange ich mal von vorne an mit dem, was Krischan und ich die letzten 3 Wochen gemacht haben: nachdem ich mich vom Entertainment-Verwöhncenter Emirates gut hab ablenken lassen, dann an dem falschen Ausgang in Bangkok gewartet habe und meine ganze Hibbelligkeit und Nervosität mit einem Schlag zurück gekehrt ist, habe ich ihn endlich gefunden und irgendwie war fast alles sofort schon so wie immer, so als ob ich nur für eine Woche weg gewesen wäre.
Die Hitze hat mich gleich erschlagen - das klingt komisch, da ich ja nun grade vom Äquator komme, aus Zentralafrika. Aber da ist es lange nicht so heiß, wie in Thailand und Kambodscha im April. Ich musste natürlich so intelligent sein und mir den heißesten Monat zum Reisen aussuchen...
Der Hitze wegen konnte ich vieles nicht so sehr genießen und mit Ruhe betrachten, wie ich das gerne getan hätte. Irgendwie ist es aber auch ganz schön, mal so richtig zu schwitzen und sich mal nicht ständig nach Sonne zu sehnen, sondern die Sonne mal wegzusehnen. Das ich mir letzteres jemals so stark wünschen könnte, ist eine neue Erfahrung für mich.
Zurück zu Bangkok:Am allermeisten haben mich, glaube ich, erst einmal die breiten, guten Straßen und die teuren Autos fasziniert, was ganz bestimmt auch nicht der Fall gewesen wäre, wenn ich aus Deutschland angereist gekommen wäre. (Es ist echt interessant, wie anders mein Blick auf Thailand und Kambodscha wäre, wenn ich nicht aus Uganda kommen würde.) Ansonsten braucht man für Bangkok sehr viel mehr Zeit, als wir es hatten. Ich mochte die Stadt erst einmal nicht so sehr, allerdings glaube ich, dass sich das sofort ändern würde, wenn ich mich ein bisschen an so eine große Stadt gewöhnen würde und dann in die weniger beziehungsweise gar nicht touristischen Gegenden kommen würde. Ich würde gerne irgendwann für länger dort verweilen. Viel gesehen und gemacht haben wir dort nicht - das wollten wir am Ende der Reise nachholen - warum das gescheitert ist, später.
Nach heißen, kuturgeschockten, aber glücklichen etwas anderen Ostertagen ging es Richtung Grenze in einem 3. Klasse Zug, von dem uns zunächst gesagt wurde, dass wir 5 Stunden lang stehen müssten. Die etwas harten Bänke waren dann geradezu Luxus, als wir mehr (ich) oder weniger (Krischan) verschlafen im Zug saßen und die Reisfelder an uns vorbei ziehen lassen haben.
In Poipet haben wir dann die Grenze überquert (ich weiß immer noch nicht, ob ich fast doppelt so viel für mein Visum bezahlt habe, als eigentlich nötig, weil das dort eine besondere Regelung ist, oder weil ich beschissen worden bin - aber Schwamm drüber...) und bei Don Bosco dort (sehr sympatisch) übernachtet, wo Krischan auch noch nie gewesen ist.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Siem Reap, zu den berühmten Tempeln von Angkor. Wir haben uns ein 3-Tages-Ticket geleistet, um mit mehr Ruhe, alles angucken zu können. Alles haben wir noch nicht einmal ansatzweise geschafft, aber immerhin einen guten Eindruck habe ich bekommen. Auch hier hätten mir ein paar Grad weniger gut getan, um alles besser genießen zu können. Siem Reap ist sehr touristisch, aber irgendwie auch ein ganz nettes Örtchen. Und die Tempel sind in der Tat unglaublich beeindruckend und atemberaubend. Am besten hat mir der gefallen, der von lauter alten Bäumen durchwachsen ist.
Nach vier Nächten ging es dann (endlich) nach Sihanoukville. Endlich, weil ich endlich Krischans "zu Hause" sehen wollte, bei ihm im Zimmer sitzen wollte. Das wurde mir jedoch ziemlich schnell verwährt - nicht von Krischan, sondern von oben - und wir mussten ins Hotel von Don Bosco umziehen. Irgendwie verständlich, trotzdem sehr schade und unnötige Geldausgabe.
Sihanoukville hat mir sehr gut gefallen. Eine gute Größe von Stadt. Man kriegt alles oder zumindest viel und gleichzeitig ist es nicht so groß. Schade, dass an den Stränden immer mehr große Hotels hochgezogen werden. Das Meer ist definitiv zu warm, trotzdem wunderschön, wieder am Meer zu sein!
Hier haben wir uns viel entspannt - schwimmen, Nationalparkbootstour, schnorcheln, Strand, Pool, lesen, essen (GUT essen ),...
Dann wollten wir ja eigentlich Sonntag nach Phnom Penh weiter fahren, dann nach Battambang und dann zurück nach Bangkok, un dort noch 2 Tage zu verbringen. Im letzten Moment haben wir uns dagegen entschieden und einen Flug von Phom Penh nach Bangkok für mich gebucht, wegen der nicht voraussehbaren Entwicklung der Unruhen in Bangkok, die ja schon Ostern, als wir da waren, stärker geworden sind. Wie ich grade in den Nachrichten gelesen habe, war das wohl auch eine gute Entscheidung.
Morgen um halb 6 Uhr abends sitze ich also schon wieder im Flieger. Bei dem Gedanken daran wird mir schon ganz schlecht. Ich bin froh, dass ich es bis jetzt gut geschafft habe, so erfolgreich zu verdrängen, dass mir nur 3 Wochen bei Krischan gewährt sind. So langsam rückt die Realität aber doch wieder in mein Blickfeld und lässt sich nicht mehr lange verdrängen. Da muss ich mir dann immer wieder sagen, dass ich ihn in ziemlich genau 4 Monaten schon wieder sehen werde. Das hilft wenigstens ein bisschen.
Nach Uganda gehe ich auch gerne zurück. Nicht so sehr zu meiner leicht frustrierenden Arbeit, aber doch zu dem Land und den Leuten. Ich glaube, mein Blick auf die Kultur und Mentalität hat sich nochmal verändert, dadurch, dass ich etwas Distanz dazu bekommen habe und ich bin gespannt auf meine neuen, obwohl doch irgendwie alten Eindrücke. Ein bisschen hilft das gegen den Schmerz.
So, das ist jetzt wirklich lang genug. Wir gehen jetzt noch zum Palast.
Bilder gibt es nächstes Mal von Krischan.
Ganz liebe Grüße an euch alle von mir und bestimmt auch von Krischan,
Solveigh
Donnerstag, 22. April 2010
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Wie kraaass!!!
AntwortenLöschenIch kann mir das gar nicht so richtig vorstellen, wie es sich wohl anfühlt, in dem Land zu reisen... Ich bin echt neidisch auf euch, aber ich freu mich, dass ihr beide obwohl so weit auseinander, doch immerhin 3 Wochen zusammen hattet.
Grüße aus HH, wo's NICHT (richtig) warm ist :D
Grüße auch aus dem Osten der Republik, in dem momentan relative Temperaturen um den Totalnullpunkt herrschen. Naja, so kalt ist es nicht, aber warm auch nicht. Ich hoffe, Solveigh hat einen schönen Flug und ihr beide schafft die letzten Monate auch noch!
AntwortenLöschenJetzt wo ich wieder zu Hause bin, will ich noch abschließend hinzu fügen, dass es ein unglaublich wunderschöner Urlaub war. Danke Krischi! In 121 Tagen und 23 Stunden sind wir auch schon wieder zusammen - klingt doch gar nicht so lang, oder?
AntwortenLöschenich will fotos sehen :)
AntwortenLöschenauch ich frage: wo bleiben die versprochenen Fotos?????????
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