Samstag, 8. Mai 2010

Finals und viel Arbeit

Liebe Freunde und Familie,

nun melde ich mich auch mal wieder aus eigener Hand in meinem Blog.
Es ist schon wieder einiges geschehen und es kommt noch schlimmer, also die nächsten Wochen.
Wie ich höre ist zwischenzeitig der Sommer in Deutschland ausgebrochen und wurde aber wieder vom Maiwetter verabschiedet. Naja, er kommt ja wieder.
Ich brauche ja nicht erwähnen, dass hier immer noch Sommer ist. Dafür haben wir mit der Regenzeit endlich wieder Erfrischung. Es ist häufig bewölkt, dennoch heiß, aber sobald es regnet (auch recht häufig, mindestens alle zwei Tage, wie ich aber gerade merke, wirds wieder Zeit, schon drei Tage im Verzug...), kühlt es auf vielleicht 25 Grad ab und das ist schon sehr viel besser als die 10 Grad wärmere Alternative...
Regnet es dann mal nicht, sieht man ziemlich oft Wetterleuchten, manchmal sogar richtige Gewitter. Also ihr merkt, hier tut sich was, das träge und langweilige Hoch ist durch abwechslungsreiches Durcheinander abgelöst worden.
Könnte aber auch als Spiegel meiner Gefühle bezeichnet werden, schließlich ist Solveigh ja wieder in Uganda und ich muss wieder alles alleine bewältigen.

Die Situation in Don Bosco ist auch ziemlich durcheinander. Während die erste Studentengruppe nur noch einen Monat vor ihrem Abschluss steht, was vier verschiedene Prüfungen in den nächsten vier Wochen bedeutet, streiken die Lehrer in der Technical School. So wie Tristans Fahrrad, haben auch die Kambodschaner sich den Griechen angeschlossen. Naja, so schlimm ists nicht und heute fingen sie auch schon wieder an zu arbeiten, aber zwei Tage lang stand die Schule still. Die Lehrer wollten natürlich mehr Geld, was bei einem Monatslohn von etwa 120$ auch verständlich ist, aber sie haben etwas vergessen. Don Bosco bezahlt ihnen den Weg zur und die kompletten Kosten der Universität, die Lehrer müssen im Monat nur 5$ für Essen und 10$ für Unterkunft zahlen und kriegen damit dann alles gestellt. Ich will sagen, sie haben es echt gut, auch wenn das Gehalt nicht hoch ist.
Bei uns in der Hotel School hat Roberto rechtzeitig ein Meeting mit den Lehrern einberufen und einem Streik vorgebeugt. Er hat auch den VOrschlag angebracht, die Uni nicht mehr zu bezahlen, dafür das Gehalt zhu erhöhen (sehr vernünftig), aber das haben sie nicht angenommen.
Also bleibt alles beim alten (wobei, zwei der Lehrer haben eine Gehaltserhöhung bekommen) und der Unterricht geht weiter.
Außerdem wurde unter allen Lehrern einstimmig die viele Arbeit bemängelt und es wurden neue Hilfskräfte gefordert. Dem soll nun ausgeholfen werden, indem meine Studenten (die, die gerade ihren Abschluss hier machen) schon nächstes Jahr als Lehrer hier anfangen. Sie würden ein Grundgehalt von 80$ bekommen, was für die Jungs schon viel Geld ist, schließlich kommen sie ja aus sehr armen Verhältnissen. Die meisten erhoffen sich aber einen Job bei einem 5-Sterne Hotel, weshalb die Begeisterung hier zu arbeiten sich eher in Grenzen hält. Kann ich auch verstehen...

Nun sinds nur noch 3 Monate und ein paar Tage, bis ich wieder in Deutschland bin, 8 1/2 habe ich schon hinter mir und das ist ne lange Zeit. Aber ich bin auch froh, dass es danach wieder nach Hause geht, schließlich bringt es mir definitiv mehr Spaß Deutsch zu sprechen, als Englisch und Schüler zu sein, als Lehrer. (hoffe ich, wäre sonst schlecht fürs Studium)

Ich bin gerade aber mit viel Motivation in die Arbeit zurück gekommen (was mich umso mehr erschöpft) und habe feinste PowerPoint Präsentationen erstellt. Dieses Wochenende muss ich leider meine gesamte Freizeit der Erstellung der Final Exams opfern. Dafür hat aber nächste Woche der König Geburtstag, ein Grund mehr, allen Leuten drei Tage frei zu geben (und die Schule in der Zeit geschlossen halten). Ach so'n König hat auch seine guten Seiten...
Es ist schade, dass ich einige der Studenten schon in einem Monat zum letzten mal sehe, aber dafür hatte ich eine echt nette Zeit mit ihnen und mir wird auch gesagt, dass sie mich vermissen werden. Hach, sowas tut aber auch mal gut :)

Also auf in die letzten drei Monate, mit WM, Geburstagen in der Familie (u.a.), eurem Sommer und meiner Rückkehr nach Deutschland.
Alles Liebe
euer Krischan

PS:
Oberstes Bild: Brenndes Angkor Wat
Mittleres Bild: Solveigh und Krischan vor einem Tempel überwuchernden Baum
Unteres Bild: Solveigh und Krischan im Königspalast, Phnom Penh.

Zu guter letzt noch ein Link zu weiteren Fotos:
Fotos auf Facebook

1 Kommentar:

  1. Nice Krischan!!
    Mann, das klingt und sieht bei dir ja alles aus wie im Film! Don Bosco (Mafiaboss), ein König wo's drei Tage frei gibt beim Geburtstag, brennender Tempel, Monsterbäume usw.
    Krasses Land, Dude!!!

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